Hauptabteilung X - Weltkirche

Reisebericht Argentinien vom 10.-23.05.2016

Reisebericht Teil 5


Pfarrer Martin Göttle mit Señora Maria Magdalena

Ein Tuttlinger bei den Mapuche-Indianern

Seit 1990 versieht Martin Göttle seinen Dienst als Pfarrer im Süden Argentiniens

Von der Provinzhauptstadt Neuquen fahren wir über vier Stunden auf einer kerzengeraden Straße Richtung Südwesten. Nur selten passieren wir bewohnte Gebiete, unser ständiger Begleiter ist eine atemberaubende wüstenähnliche Landschaft mit vereinzelten niedrigen Sträuchern und Grasbüscheln. Eindrucksvolle Hügelformationen begrenzen den Horizont. Trotz des andauernden Herbstregens ist die Vegetation karg. Das Außen-Thermometer im Auto zeigt 2-3 Grad an, ab und zu begegnen uns Streufahrzeuge, die hier aber eine Flüssigkeit auf die Fahrbahn sprühen, damit sie nicht gefriert. An einem einsamen Gehöft wartet Martin Göttle auf uns. Wir steigen in seinen Geländewagen um; wir werden bald erfahren warum.

Martin Göttle wurde 1962 in Tuttlingen geboren. Er begann mit dem Theologiestudium in Eichstätt, verbrachte sein Freijahr aber in Buenos Aires und fing Feuer. Bei einen Besuch in der Diözese Neuquen traf er deren ersten Bischof Don Jaime de Navares, der hier bis heute wie ein Heiliger verehrt wird. Nach Abschluss seines Studiums in Eichstätt schrieb er ihm einen Brief und fragte ihn, ob er in seiner Diözese arbeiten dürfte. Nach drei Jahren pastoraler Arbeit unter den Armen weihte Don Jaime ihn in Neuquen zum Priester und machte ihn zum Pfarrer der Pfarrei Nuestra Señora de Las Coloradas, mitten im Gebiet der Mapuche-Indigenas.

Im Auto wird schnell klar, dass Martin Göttle mit Leib und Seele Argentinier ist. Er spricht spanisch mit mir, deutsch kommt ihm nur schwer über die Lippen, erst als er ins Schwäbische fällt, fühlt er sich offensichtlich zu Hause. Wir biegen von der Hauptstraße ab auf eine Sandpiste, die vom Regen aufgeweicht ist und große Pfützen vor uns ausbreitet. Immer wieder gerät das Auto ins Schlingern. 50 Kilometer geht es tiefer in die Steppe zu dem kleinen Dorf El Sauce, das von den Mapuche bewohnt wird. Hier gibt es eine kleine Kapelle, aber in einer Pfarrei mit 150 Kilometern Durchmesser und 15 Kapellen kommt Pfarrer Göttle nur einmal im Monat nach El Sauce, um mit den Gläubigen Eucharistie zu feiern. Und so wird Pfingsten eben an diesem Donnerstagnachmittag nachgefeiert.

Auf dem Weg dahin besucht er immer Señora Maria Magdalena. Die 82-jährige Frau wohnt vollkommen alleine in einer kleinen Hütte, weit entfernt von anderen Häusern. Nur mehrere Hunde und Katzen leisten ihr Gesellschaft. Hier draußen gibt es keinen Strom und kein fließendes Wasser, aber die Regierung hat ihr einen Sonnenkollektor für das Licht spendiert und ihr einen Haufen Holz vor die Tür gekippt (in dieser baumlosen Steppe gibt es kein Feuerholz); Wahlgeschenke, mit denen die Armen zur Wiederwahl ermuntert werden. Ansonsten kümmert sich aber niemand um sie. Ihr Mann ist vor 20 Jahren gestorben und ihre Tochter lebt 500 Kilometer entfernt und hat sich seit ihrer Hochzeit nicht mehr blicken lassen. Padre Martín, wie er hier genannt wird, bringt ihr Obst und Gemüse. Dann zieht er sich einen blauen Overall an, holt eine Motorsäge aus dem Auto und zersägt das Holz unter Mithilfe von Steffen Rommel, einem jungen Freiwilligen aus Remshalden, der in Neuquen in einer Schule arbeitet und uns auf der Fahrt nach Las Coloradas begleitet. Wir alle helfen, das Holz ins Trockene zu bringen.

In El Sauce angekommen gibt es zunächst ein Mittagessen im Haus von Señora Maria Luz,  welche die Schlüssel der Kirche verwaltet. Ihre 98-jährige Mutter sitzt im Gartenstuhl am Feuer und wärmt sich. 12 Kinder hat Maria Luz und 12 Enkelkinder bisher. Viele wohnen nicht mehr im Ort. Die Mapuche sind Viehzüchter. Sie betreiben Weidewechsel und sind nur im Winter im Pfarrgebiet von Pfarrer Göttle. Im Sommer ist seine Gemeinde kleiner, weil viele Mapuche dann mit ihren Herden viele Tage lang bis zu den saftigen Sommerweiden in den Anden ziehen.

Nach dem Mittagessen (es gibt Spaghetti mit Hühnchen) gehen wir in die Kapelle und Padre Martín hält zunächst eine Katechese für die Kinder über das Leben von Bischof  Jaime, da gerade heute sein Todestag ist. Dann gibt es für sie ein Spiel mit Fragen zu seinem Leben, während die Erwachsenen sich über Ihre Begegnungen mit dem ersten Bischof von Neuquen austauschen. Bei der anschließenden Messe spielt Nanno Gitarre, ein blinder Mapuche, der als erster von Don Jaime nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, an dem der Bischof teilnahm, zum ständigen Diakon geweiht wurde.

Auf der langen Rückfahrt zur Hauptstraße und dann weiter nach Las Coloradas erzählt mir Martin Göttle von seinem Kampf gegen den Bau einer Kupfer- und Goldmine, die genau im Gebiet der Mapuche von einer mexikanischen Firma mit einem deutschen Geschäftsführer für Argentinien gebaut werden soll. Das Auslösen der Metalle aus den Erzen mit giftigen Chemikalien würde die Flüsse vergiften und die Viehzucht der Mapuche unmöglich machen. Deshalb ist  die Pfarrei gegen den Vertrag zwischen Regierung und dieser Firma juristisch vorgegangen und hat bisher erreicht, dass die Pläne vom Gericht einstweilen gestoppt wurden. Da die Mapuche die Ureinwohner sind, haben sie ein Recht auf Anhörung und die Regierung kann die Pläne nicht gegen ihren Willen durchsetzen. Der jetzige Bischof Virginio Bressanelli hat sie in diesem Kampf unterstützt und bisher auch Misereor. Doch noch ist der Kampf nicht gewonnen.

Es ist schon dunkel, als wir in Las Coloradas ankommen. Martin Göttle zeigt mir die Kirche und das Pfarrhaus. Beides musste nach einem Brand 1996 komplett neu aufgebaut werden. Es dauerte drei Jahre. In dieser Zeit hat Pfarrer Göttle auch das Maurern gelernt. Und so hat er im letzten Jahr seine ganze Freizeit genutzt, um eine Erweiterung des Pfarrsaals, der für die Katechese nötig war, selbst zu bauen, da er keinen Maurer fand, der den Auftrag übernehmen wollte. Der Pfarrer als Baumeister für eine Kirche, die aus lebendigen Steinen besteht.

 

19. Mai 2016
Msgr. Dr. Heinz Detlef Stäps, Las Coloradas

 

 

Reisebericht Teil 4


Pfarrer Gerhard Vogt, eingerahmt von Erzbischof Ramón Alfredo Dus (Resistencia) und Msgr. Dr. Stäps

Er ist selbst ein Armer geworden

Pfarrer Gerhard Vogt steht seit fast 50 Jahren im Dienst für die Armen in Argentinien

Wenn man sein Haus betritt, meint man, die Hütte eines Handwerkers vor sich zu haben, nicht das Haus eines wohlbestallten Pfarrers aus Deutschland. Überall sieht man Werkzeug und Maschinen. Um einen Stuhl für den Gast zu finden, muss Pfarrer Gerhard Vogt erst einige Kabel zur Seite räumen. Einen Esstisch gibt es nicht, schon gar keine Couch oder irgendetwas anderes, das Gemütlichkeit oder auch nur ein Minimum an Luxus ausstrahlen könnte. Vor 49 Jahren hat Gerhard Vogt sich entschieden, dem Wunsch seines damaligen Bischofs Carl Joseph Leiprecht zu entsprechen und nach Argentinien zu fahren, um das Leben der Armen in der Diözese Santiago del Estero zu teilen. Und das tut er bis heute, seit 1975 allerdings in der Erzdiözese Resistencia. Deshalb wohnt er auch nicht in der Stadt unter ihren 350.000 Einwohnern, sondern eine halbe Autostunde außerhalb mitten unter der armen Bevölkerung auf dem Land. Er bewohnt ein Haus in einem ehemaligen Kinderdorf. Dieses Dorf hat er selbst vor vielen Jahren gebaut und es dient heute als Zuflucht für Frauen, die aus Gewaltsituationen fliehen mussten. Er versucht sein Leben ganz radikal nach den Maßstäben des Evangeliums auszurichten, er spricht bedächtig und prüft, ob jeder seiner Sätze vor seinem Gewissen Bestand hat. Am Ende des Monats bleibt dem 86-jährigen trotz seines einfachsten Lebensstils nichts von seiner Rente aus Deutschland, weil er alles, was er hat, verschenkt. „So einen Priester wie ihn haben wir in unserer Diözese sonst nicht,“ sagt sein Nachfolger als Pfarrer der großen Landgemeinde, Padre Juan José Crippa, „für alle Priester unserer Diözese ist er ein großes Vorbild.“ Pfr. Vogt arbeitet nun als Ruheständler in der Gemeinde und hält täglich Gottesdienste, am Wochenende auch mal fünf, hinzu kommen die Taufen und Hochzeiten. Besonders wichtig aber sind ihm die Krankenbesuche.

Dazu kommt Padre Crippa kaum, weil er neben seiner Tätigkeit als Pfarrer auch noch das Refugio San José leitet, ein Rehabilitationszentrum für drogenabhängige Jugendliche, die es in Argentinien wegen der Perspektivlosigkeit aufgrund der wirtschaftlichen Situation in sehr hoher Zahl gibt. Sehr spontan lädt er uns, als wir uns im Haus von Gerhard Vogt treffen, ins Zentrum zum Mittagessen ein. Ungefähr 15 Jungs sitzen schon an mehreren Tischen verstreut, als wir den Speisesaal betreten. Es gibt eine Gemüsesuppe mit Reis, Maniok und Süßkartoffeln, dazu Brot; wahrlich kein üppiges Mahl, aber nahrhaft und tatsächlich sehr schmackhaft. Während des Essens kommen wir mit den Jugendlichen ins Gespräch, erfahren ein wenig von ihrer Geschichte, von ihren Hoffnungen. Nach dem Essen führt Padre Crippa uns über das Gelände. Ich staune, als ich einen wahrhaften Zoo sehe, mit Hühnern, Hasen, Pfauen,  Schweinen, Kühen, Ziegen, Schafen und einem Pferd. Die meisten Tiere werden für den Verkauf aufgezogen, einige werden sogar selbst geschlachtet. Das zweite Standbein des Zentrums ist das Gemüse, das jeden Tag vom Großmarkt geholt wird. Das dort nicht verkaufte Gemüse wird hier zunächst sortiert. Wenig davon kann noch weiterverkauft werden, der Rest, der noch essbar ist, dient der eigenen Versorgung, mit dem, was dann noch übrig bleibt, werden die Tiere gefüttert. Es gibt auf dem Gelände auch eine Kapelle. Ich staune, als ich höre, dass die Jugendlichen hier jeden Tag in Schichten zwei Stunden Eucharistische Anbetung halten. Es entspricht dem Konzept der meisten kirchlichen Drogentherapie-Projekte: spirituellen Halt mit körperlicher Arbeit zu verbinden. Und die gibt es hier wirklich zu Hauf. Ich überlege mit Pfr. Crippa, ob dies nicht ein idealer Einsatzort für unsere Freiwilligen sein könnte. Eine gute Zukunftsperspektive.

Die Einrichtung wird von der Stiftung „Weg, Wahrheit und Leben“ getragen, die Pfr. Vogt gegründet hat. Die meisten Projekte, die er im Laufe seines langen Lebens aufgebaut hat, hat er mittlerweile in Stiftungen überführt und auf diese Weise zukunftsfähig gemacht. Mir gelingt es nicht, einen Überblick zu gewinnen über all das, was er gebaut hat. Auch er kann die Zahl der Projekte nicht mehr nennen. Alleine 12 Kirchen sind es gewesen. Alle von ihm gebaut – und bezahlt!

Zum Abschluss unseres Besuchsprogramms gehen wir gemeinsam zu Erzbischof Ramón Alfredo Dus. Ich sage dem Erzbischof, wie stolz unsere Diözese auf diesen Priester ist, der mit seiner einfachen Lebensweise ein großes Glaubenszeugnis gibt und ein Missionar im besten Sinne des Wortes ist, nämlich mehr mit seinem Lebensstil als mit Worten. Und Erzbischof Dus stimmt dem von ganzem Herzen zu und dankt Pfr. Vogt für sein langes und aufopferndes Wirken in seiner Erzdiözese. Zu Zeiten der Militärdiktatur habe er im wahrsten Sinne des Wortes sein Leben für seine Gemeindemitglieder aufs Spiel gesetzt.

Als wir das vornehme Bischofshaus verlassen, schlage ich vor, dass wir noch ein wenig über den nahegelegenen zentralen Platz von Resistencia spazieren. Gerhard Vogt wundert sich ein wenig und fast beiläufig sagt er, dass er immer nur mit dem Auto um ihn herumgefahren sei, ihn aber nie betreten habe. In 41 Jahren nicht! Nein, die Stadt ist wirklich nicht seine Welt.

 

17. Mai 2016
Msgr. Dr. Heinz Detlef Stäps, Resistencia

 

 

Reisebericht Teil 3


Freundschaft will gepflegt werden

50 Jahre Partnerschaft zwischen den Diözesen Santiago del Estero und Rottenburg-Stuttgart

Wenn man eine Freundschaft pflegen will, dann reicht es nicht, ab und zu einen Brief oder eine Email zu schreiben, oder den Telefonhörer in die Hand zu nehmen. Wer eine Freundschaft pflegen will, der muss sich auf den Weg machen, seine Freunde besuchen, schauen, wie es ihnen geht und ihre Lebenssituation teilen. Dazu dient meine Reise nach Argentinien in erster Linie.

Vor 50 Jahren saßen die beiden Bischöfe Manuel Tato von Santiago del Estero und Carl Joseph Leiprecht von Rottenburg beim Zweiten Vatikanischen Konzil nebeneinander und tauschten ihre Sorgen und Träume aus. So wurde eine Partnerschaft geboren, die bis heute beiden Seiten sehr wichtig ist, wie Bischof Vicente Bokalic, seit gut zwei Jahren Bischof von Santiago del Estero, und ich uns gegenseitig versichern konnten. Dass daraus im Laufe der Jahrzehnte ein von Rottenburg ausgehendes Netzwerk von Partnerschaften mit Ortskirchen in über 80 Ländern werden würde, hätte damals sicherlich niemand zu träumen gewagt. Die Keimzelle war aber die Partnerschaft mit Santiago del Estero, die damals in Rom entstand.

Und kurz danach, im Jahr 1967, schickte Bischof Leiprecht zwei Priester nach Santiago, wie es sich Bischof Tato in Rom gewünscht hatte. Dieser personelle Austausch, bei dem es nicht nur darum geht, das Personal der Partner zu verstärken, sondern darum, sozusagen in den Mokassins der anderen zu gehen und am eigenen Leib zu erfahren, wie es ihnen geht, ist bis heute eine wichtige Säule der Partnerschaft und wird verstärkt durch den Austausch von jungen Freiwilligen, die in beide Richtungen für ein Jahr über den Atlantik reisen. Mit vier deutschen Freiwilligen konnte ich in Santiago sprechen und mich aus erster Hand davon überzeugen, wie wichtig für sie die Erfahrungen sind, die sie in unserer argentinischen Partnerdiözese machen.

Zum größten Teil arbeiten sie in den katholischen Schulen mit, denn das gemeinsame Engagement für Bildung ist die zweite Säule,  welche die Partnerschaft stützt. Eine Dachorganisation („SAED“) koordiniert alle katholischen Schulen des Bistums Santiago, ähnlich wie das katholische Stiftungsschulamt in Rottenburg. So gibt es eine intensive Zusammenarbeit der beiden Organisationen im personalen und im inhaltlichen Bereich. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat immer wieder bei Baumaßnahmen an den katholischen Schulen geholfen, auch auf dem Weg direkter Gemeindepartnerschaften, wie zum Beispiel zwischen der Gemeinde Espiritu Santo, wo ich heute den Pfingstgottesdienst mit Bischof Bokalic mitfeiern durfte, und der Gemeinde Herz Jesu in Fachsenfeld bei Aalen.

Verhältnismäßig jung ist die Zusammenarbeit mit ANCADI, einer katholischen Stiftung, die es sich unter der Leitung des hochengagierten Arztes Dr. Mario Ferreyra zur Aufgabe gemacht hat, behinderte Kinder, die oft von ihren Familien auf dem Land versteckt werden, zu finden und sie mit umfangreichen Reha-Maßnahmen zu unterstützen. Um die Kinder jeden Tag aus den umliegenden Gemeinden zu den Beratungen und Schulungen zu bringen, haben wir ANCADI 2015 beim Kauf eines Minibusses geholfen. Jetzt werden wir gegen 22.00 Uhr (früher ließ uns unser Zeitplan keine Lücke) von Dr. Ferreyra abgeholt und zum Sitz der Stiftung gebracht, wo wir sehen, dass eine ihrer Aufgaben darin besteht, Prothesen für Beinamputierte selbst herzustellen und die Betroffenen bei den ersten Gehversuchen zu unterstützen. Da dazu viel Platz benötigt wird, möchte die Stiftung das Nachbarhaus kaufen, das gerade günstig zum Kauf angeboten wird und hofft erneut auf die Unterstützung der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Dass die Hauptabteilung Weltkirche auch immer bereit war, bei den Schulbauten in Santiago zu helfen, ist sicher der Grund, dass Silvia Carreras, die Leiterin von SAED, gestern mit uns eine Stunde mit dem Auto nach Fernandez fuhr, um uns eine fast 100 Jahre alte Grundschule zu zeigen, die erst vor einigen Jahren von SAED übernommen wurde. Mittlerweile ist die Schule geschlossen worden, weil das Betreten des Gebäudes für die Schüler zu gefährlich war. Die Dächer sind marode, die Wände sind feucht und das ganze Gebäude kaum noch zu retten. Unsere „alte“ Freundin Silvia erklärt uns deshalb den Plan, an eine bestehende Sekundarschule weitere Räume anzubauen und die Grundschule dorthin zu verlegen. Natürlich hofft sie dabei auf die Unterstützung der Hauptabteilung Weltkirche, denn dies ist ohne Zweifel die dritte Säule, ohne die unsere Partnerschaft nicht so lebendig wäre bis auf den heutigen Tag.

Darüber denke ich nach im Bus, der uns von Santiago nach Resistencia bringt. Dafür habe ich genug Zeit, denn die Fahrt dauert 9 Stunden. In Resistencia werden wir den 86-jährigen Pfarrer Gerhard Vogt treffen. Er war einer der beiden Priester, die 1967 als erste nach Argentinien fuhren (damals natürlich noch mit dem Schiff) und ist so verwurzelt in der argentinischen Erde, dass er dort bleiben wird. Ich bin gespannt, was er mir über die abenteuerliche Anfangszeit unserer Partnerschaft erzählen wird.

 

15.05.2016
Msgr. Dr. Heinz Detlef Stäps, Resistencia

 

 

Reisebericht Teil 2


Das Telefon der Armen

Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt das Radio Solidaridad in Anatuya

„Ich habe kein Gehalt bekommen, wartet nicht auf mich“ oder „José hatte einen Unfall und liegt im Krankenhaus,“ so lauten die typischen Botschaften, die Radio Solidaridad auf AM 610 ausstrahlt. Zwar haben auch in der ärmsten Diözese Argentiniens die meisten Bewohner ein Handy, das nützt aber nicht viel, weil es Mobilfunknetze nur in der Stadt und in den größeren Dörfern gibt, dazwischen aber, wo auch viele Menschen wohnen, herrscht Funkstille. Und da ist Radio Solidaridad eben die einzige Möglichkeit der Kommunikation und es gibt eigene Zeitfenster für solche privaten Botschaften, die den Menschen ganz praktisch helfen. Jorge Gottau, der erste Bischof von Anatuya, hat dies schon bei der Gründung von Radio Solidaridad als ein Ziel dessen Arbeit gesehen und es deshalb „das Telefon der Armen“ genannt.

Ansonsten besteht das Programm, wie uns Schwester Maria Sara Kloster (der Name verrät, dass ihre Familie aus Deutschland stammt), die Direktorin des Radios, erklärt, aber neben viel Volksmusik, die auf dem Land gerne gehört wird, auch Katechesen zum Tagesheiligen oder zum Tagesevangelium, es gibt Erklärungen von kirchlichen Texten, wie jetzt aktuell des Schreibens von Papst Franziskus nach der Familiensynode „Amoris laetitia“ (und auch hier gibt es viele wiederverheiratete Geschiedene, die sich fragen, was der Papst ihnen sagen will). Täglich wird im Radio der Rosenkranz gebetet und am Sonntag wird eine heilige Messe übertragen. Und nicht selten gibt es die Gelegenheit, den Bischof selbst im Radio zu hören.

Über Internet sind viele Auswanderer aus Anatuya in der Lage, das Programm von Radio Solidaridad zu verfolgen und auch sie schicken ihre Botschaften an ihre Familien, sogar aus dem Ausland.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat das Radio schon seit 1996 mehrfach unterstützt. Schon bei meinem letzten Besuch vor 5 Jahren konnte ich mich davon überzeugen, wie wichtig diese  Arbeit gerade in der 68.000 Quadratkilometer großen Diözese ist, wo die Landbevölkerung immer noch aus vielen Analphabeten, viele von ihnen Migranten, besteht, die auf diese Kommunikationsmöglichkeit dringend angewiesen sind.  Und auch jetzt fragt Bischof Melitón Chávez, der erst im vergangenen Dezember zum neuen Bischof von Anatuya geweiht wurde, ob es möglich wäre, dass Rottenburg elektronische Geräte finanziert, die verhindern, dass der Spannungsabfall bei den häufigen Stromausfällen die empfindliche Anlage beschädigt.  „Wir vergessen die Bedürfnisse unserer Geschwister in Argentinien nicht,“ würde ich am liebsten meine ganz private Botschaft über den Äther senden.

 

13. Mai 2016
Msgr. Dr. Heinz Detlef Stäps, Anatuya

 

 

Reisebericht Teil 1


Dr. Stäps mit Maria José Miscione, der Generaldirektorin des Centro, und Sr. Marta Yavarone

Kinder in Buenos Aires bauen an ihrer Zukunft

Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt die Bildungsarbeit der Stiftung Claudina Thévenet

Einmal im Leben auf der Panamericana zu fahren, auf der Schnellstraße, die Alaska mit Feuerland verbindet und sich über die gesamte Nord- Südachse des amerikanischen Kontinents erstreckt, das war schon als Kind mein großer Traum. Am Mittwoch wurde er Wirklichkeit. Allerdings fuhr ich nicht in den Abenteuerurlaub, den ich mir als Kind immer ausgemalt hatte, sondern Schwester Marta Yavarone, die Projektkoordinatorin der Kongregation der Schwestern von Jesus-Maria fuhr mich aus der quirligen Hauptstadt Argentiniens hinaus in eine Vorstadt, wo die sozialen Probleme Argentiniens offen auf der Hand liegen: Drogen, Kriminalität, Gewalt gegen Frauen, jugendliche Schwangerschaften, um nur einige zu nennen. Und was tut die vor über 200 Jahren in Frankreich gegründete Schwesterngemeinschaft dagegen? Sie baut Schulen und versucht, den Kindern von Grund auf mit Bildung das nötige Rüstzeug zu geben, um den Gefahren des Viertels zu entkommen. Pablo Nogués heißt dieses Viertel, in dem Reiche und Arme Tür an Tür nebeneinander leben und gerade das die sozialen Spannungen vergrößert. Die Schwestern fingen mit einer Grundschule an, die mittlerweile durch eine weiterführende Schule ergänzt wurde. 950 Schüler werden hier zur Zeit unterrichtet, ca. 100 Lehrer stehen dafür zur Verfügung, die allerdings oft nur in Teilzeit arbeiten. Ihre Gehälter bezahlt der Staat. Trotzdem müssen die Eltern ein geringes Schulgeld entrichten, damit der Wert der Bildung präsent ist.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützte die Schule 2014 beim Bau der Kapelle, in der nicht nur die Gottesdienste der Schüler gefeiert werden, sondern auch Katechesen und Gottesdienste für die umliegende Nachbarschaft stattfinden, da die nächste Kirche weit entfernt ist.

Doch geht es in diesem sozialen Brennpunkt nicht nur um Schulunterricht und Pastoral. Als flankierende Maßnahmen bieten die drei jungen Schwestern, die auf dem Schulgelände leben und beten, als ausgebildete Sozialarbeiterinnen zusammen mit den Lehrern und Fachleuten von außen auch Gewaltpräventionsprogramme und psychologische Beratung an. Doch dafür sind die Gebäude längst zu klein geworden und es sollen neue Besprechungsräume gebaut werden, wobei die Schwestern wieder auf Hilfe aus Rottenburg hoffen.

Die Arbeit der Schwestern wird gestützt durch die Stiftung Claudina Thévenet, die schon vor 20 Jahren gegründet und nach der Gründerin der Kongregation benannt wurde. Am Vormittag besuchte ich in der Hauptstadt das Centro Claudina Thévenet, das ebenfalls von der Stiftung getragen wird. Was geschieht in einer Stadt mit fast 3 Millionen Einwohnern und einem umgebenden Großraum mit 17 Millionen Menschen zur Unterstützung behinderter Kinder? Es ist erschreckend zu erfahren, wie wenige Einrichtungen es gibt, wo die Entwicklung dieser Kinder gefördert wird. Das Centro ist eines der wenigen. Hier werden Kinder mit Down-Syndrom, Autismus, Sprachbehinderungen und vielfältigen anderen Behinderungen unterstützt. Sie leben weiter in ihren Familien und werden so weit gefördert, dass sie möglichst eine öffentliche Schule besuchen können. Wo das nicht möglich ist, steht eine eigene therapeutische Schule im Haus zur Verfügung. 120 Mitarbeitende kümmern sich um insgesamt 230 Kinder an zwei Standorten. Die Finanzierung erfolgt über die Sozialversicherung, die aber Maßnahmen am Gebäude nicht abdeckt. Hierzu werden immer wieder Spenden benötigt und die Unterstützung aus Rottenburg, mit der es schon 2010 möglich wurde, das wunderschöne Haus vom  Beginn des 19. Jahrhunderts zu restaurieren, das 1995 mit Mitteln der Stiftung gekauft werden konnte, aber sich in einem erbarmungswürdigen Zustand  befand. Die Kinder fühlen sich ganz offensichtlich wohl in diesem malerischen Haus, nicht weit entfernt von dem Prachtboulevard 9 de Julio, der mit 14 Fahrstreifen das Zentrum von Buenos Aires durchzieht und den Vergleich mit jeder europäischen Hauptstadt spielend aufnehmen kann. In dem 2011 von der Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstütztem Auditorium treffen sich Expertenteams und beraten gemeinsam, wie jedes einzelne Kind am besten gefördert werden kann. Von der Schwangerschaft, nachdem die zukünftige Mutter gerade von der Behinderung ihres Kindes erfahren hat, bis zum 40. Lebensjahr findet hier eine intensive Beratung und Ausbildung statt. Es gibt im Haus auch täglich Mittagessen für die Kinder und eine Ernährungsberatung steht ihnen zur Verfügung. Die Eltern werden auch bei Behördengängen unterstützt und die Anwaltschaft für Menschen mit Behinderungen ist ein weiteres wichtiges Thema neben der wissenschaftlichen Forschung. Keine andere Einrichtung bietet in der Hauptstadt ein solches Komplettpaket für Eltern und Kinder an. Der schönste Erfolg für die Mitarbeitenden ist es, wenn sie ehemalige Schützlinge nach erfolgreicher Ausbildung, auch an staatlichen Universitäten, als neue Mitarbeitende einstellen können.

 

12. Mai 2016
Msgr. Dr. Heinz Detlef Stäps, Buenos Aires

 

Vorankündigung

Zurück zu den Wurzeln weltkirchlicher Arbeit der Diözese

Domkapitular Stäps besucht Partner und Projekte in Argentinien

Der Besuch vom 10. bis 23. Mai 2016 in der argentinischen Heimat von Papst Franziskus ist für den Weltkirche-Referenten der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Domkapitular Heinz Detlef Stäps, zugleich eine Zeitreise an den Ursprung weltkirchlicher Arbeit der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Noch zu Zeiten des II. Vatikanums hatten sein Vor-Vorgänger Eberhard Mühlbacher, damals noch Bischofssekretär, und der Rottenburger Konzilsbischof Carl Joseph Leiprecht, 1965, begonnen, Rottenburger Priester als „Geschenke des Glaubens“ (Fidei Donum) in die nordwestargentinische Diözese Santiago del Estero zu entsenden.

Dem dortigen, erst seit März 2014 amtierenden Bischof  Vicente Bokalic Iglic gilt darum auch Stäps Aufmerksamkeit zum Auftakt der Reise, denn aus den anfänglichen Kontakten hat sich über ein halbes Jahrhundert hinweg eine intensive Verbindung entwickelt, in deren Verlauf sich die Diözesen durch den Austausch zwischen Pfarreien und Bildungseinrichtungen, von Priestern und Laien gegenseitig bereicherten.

Historische Dimensionen haben auch die anderen Stationen der Reise von Stäps, auf der er von der Länderreferentin Lucy Contreras begleitetet wird. Mit Bischof José Melitón Chávez steht die Diözese Añatuya auf dem Programm, die für Pfarrer Wolfgang Gramer zwischen 1987 und 2013 für insgesamt neun Jahre pastorales Betätigungsfeld war.

Und in Diözese Resistencia trifft Stäps mit dem 86-jährigen Pfarrer Gerhard Vogt, alias Padre Gerardo, den ältesten und dienstältesten Fidei Donum-Priester der Diözese, der erstmals im Mai 1965 nach Argentinien entsandt worden war. Natürlich wird es dort auch zu einer Begegnung mit dessen jetzigem Ortsbischof Ramón Alfredo Dus kommen.

Ebenso steht in der Diözese Neuquén im Südwesten des Landes nicht nur ein Zusammentreffen mit Pfarrer Martin Göttle an, gebürtig aus Tuttlingen, der dort seit 1990 inkardiniert ist, sondern auch mit Bischof Virginio Domingo Bressanelli. Dort wird auch, wie zuvor schon in Santiago del Estero, ein intensiver Erfahrungsaustausch mit den insgesamt acht jungen Freiwilligen aus der Diözese, die gegenwärtig einen weltkirchlichen Friedensdienst in Argentinien leisten, wichtiger Bestandteil des Reiseprogramm sein.

In Buenos Aires wird es auch zu Begegnungen mit Missionskräften der Diözese kommen, zumal die Franziskanerinnen von Bonlanden ebenso wie die Schönstattschwestern dort große Niederlassungen haben. An allen Orten, die besucht werden, geht es gleichfalls um den Ausbau der Projektpartnerschaften und die Evaluation zahlreicher Projekte, die dort in den vergangen fünf Jahren gefördert wurden.

Johannes Bielefeld, HA X - Weltkirche

 






Reisebericht Nordirak - Erbil vom 12.-17.02.2016

Reisebericht letzer Teil


Alles für die Flüchtlinge

Abschlussbericht der Reise in die chaldäische Erzdiözese Erbil

Vom ankommenden Flugzeug aus sieht Erbil mit seinen Büro- und Hoteltürmen wie Frankfurt aus. Erst aus der Nähe sieht man, dass die meisten der modernen Bauten nicht fertiggestellt sind; sie verschwinden bei einbrechender Dunkelheit, ein großer Teil der Stadt liegt dann im Dunkel. Im August 2014 hat der Vorstoß des IS in das Gebiet der autonomen Region Kurdistan deren aufstrebende Hauptstadt schwer getroffen. Viele Bauprojekte konnten seitdem nicht fertiggestellt werden und erst in letzter Zeit sieht man wieder Arbeiter auf den Gerüsten. Hoffnung gibt es, weil die Sicherheitslage stabil ist und der IS von den Milizen der Peschmerga im Moment gut in Schach gehalten wird. Manche ausländische Unternehmen beginnen nun wieder zu investieren. Für die einheimische Bevölkerung bleibt es aber schwierig. Durch den bleibend niedrigen Ölpreis (Kurdistan hat das sechstgrößte Ölvorkommen der Welt) und die ständig hohen Militärausgaben steht die kurdische Regierung finanziell an der Wand. Seit 6 Monaten haben die staatlichen Beamten und Angestellten kein Geld erhalten, was auch für die Soldaten gilt. Das drückt auf die gesamte Wirtschaft und betrifft alle Lebensbereiche. Erst am heutigen 17. Februar scheint sich eine Lösung des Konflikts anzubahnen, weil die Regierung ein Angebot der irakischen Zentralregierung angenommen hat, welche die Gehälter auszahlen will, gegen eine Beteiligung an den Öleinnahmen allerdings.

Seit August  2014 hat die Stadt Erbil gewaltige Flüchtlingsströme zu bewältigen. Menschen der verschiedenen Religionen mussten vor dem IS fliehen, um ihr nacktes Leben zu retten, und suchten in Erbil Zuflucht. Diese eine Stadt beherbergt im Moment mehr Flüchtlinge als die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2015 aufgenommen hat! Die meisten von ihnen sind Binnenflüchtlinge aus den vom IS besetzten Teilen des Irak – Christen, Jesiden und Muslime –, aber es sind auch Flüchtlinge aus Syrien dabei. Unter enormen Kraftanstrengungen ist es gelungen, die erste Phase der Nothilfe zu überwinden. Im Gegensatz zu anderen Landesteilen leben die Flüchtlinge hier mittlerweile in festen Unterkünften, in Wohnungen oder Containern, sie haben genug zu essen, sie haben saubere Kleidung, es gibt medizinische Hilfe und Schulen für die Kinder. Das ist aber nicht das Verdienst der Regierung, die sich um die christlichen und jesidischen Flüchtlinge fast garnicht kümmert. Es ist das Verdienst der Kirche und hierbei vor allem eines Mannes: Erzbischof Bashar Matti Warda ist ein Mann mit Visionen und mit großer Tatkraft. Seit Beginn der Flüchtlingsflut hat er die Hilfe für alle Flüchtlinge zum obersten Ziel seiner Pastoral erklärt. Und so wird in der Erzdiözese im Moment nichts mehr gebaut, wenn es nicht den Flüchtlingen dient. Von allen seinen Mitarbeitern erwartet er, dass sie die Flüchtlingshilfe ebenfalls zu ihrer ersten Priorität machen. Mit einem engagierten Team von Priestern, Ordensfrauen und Laien hat er eine stabile Lage geschaffen, in der die meisten Flüchtlinge gut leben könnten, wenn da nicht die grassierende Zukunfts- und Hoffnungslosigkeit wäre. Denn in einer Situation, in der selbst die Einheimischen kaum Arbeit haben, und wenn, dann eben kein Geld dafür erhalten, wie könnten dann Flüchtlinge hoffen, in Erbil ein Auskommen mit ihren Familien zu haben?

„Unsere oberste Priorität ist deshalb die Bildung,“ sagt der Erzbischof und verweist auf die Schulen, die er für die Flüchtlinge gebaut hat und auf die Al-Hamdainay-Universität, die gerade gebaut wird und vor allem den jungen Flüchtlingen aus allen Religionen dienen wird, die hier kostenlos studieren können. „Wer eine solide Ausbildung genossen hat und wer die Werte der katholischen Kirche in sich aufgenommen hat, der ist nicht nur davor gefeit, in Radikalismus und Extremismus abzugleiten, sondern er hat auch eine gute Startposition für die Jobsuche, hier oder im Ausland,“ so der chaldäische Erzbischof. Denn sein zweites Ziel ist es, gerade die Christen im Irak zu halten, wo das Christentum schon in den ersten Jahrhunderten nach Christus blühte, heute aber durch die Flucht so vieler zu verlöschen droht.

Schon seit 2014 hilft die Diözese Rottenburg-Stuttgart ihm dabei und die gerade zu Ende gegangene Reise des für die weltkirchliche Zusammenarbeit zuständigen Domkapitulars Heinz Detlef Stäps hat erneut gezeigt, wie wichtig es ist, ihn in diesen Bemühungen tatkräftig zu unterstützen. Viele internationale Hilfsorganisationen sind im Irak engagiert und sorgen dafür, dass die Menschen in Not sich nicht vergessen fühlen, dass sie nicht nur überleben, sondern menschenwürdig leben können. Aber kaum irgendwo funktioniert es so gut wie in Erbil, wo das Christentum noch stark ist und seine kompromisslose Ausrichtung auf den Nächsten, der in Not ist, noch ernst nimmt. Ein Grund mehr, dass auch die Katholiken aus Schwaben sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Christen in Erbil auch in Zukunft für andere da sein können.

 

Domkapitular Dr. Heinz Detlef Stäps
Erbil, 17. Februar 2016

 

 

Reisebericht Teil 2


Nicht nur ein Dach über dem Kopf

Unterstützung für Caritas Irak im Kampf gegen das Flüchtlingselend

 

90 Familien leben in einer Bauruine. Nackte Betonböden und -decken, keine Wände, nur schmale Säulen, welche die Decken tragen. Aus Plastikplanen haben sie sich notdürftige Wände gespannt. Über den Schlafplätzen sollen ein paar Wolldecken ein wenig Wärme geben. Denn im Winter kann es hier in Zakho, im äußersten Norden des Irak, schneien und frieren; im Sommer sind es dafür nicht selten über 50 Grad. Ein paar Stromkabel laufen durch die Räume und sorgen für Licht. Heizung gibt es nur durch die Kochstellen auf dem Boden und durch kerosinbetriebene Heizgeräte bei den Schlafplätzen. Die ganze Familie schläft in einem solchen Raum. Und das sind meistens zwischen 20 und 30 Personen. Denn bei diesen Flüchtlingen handelt es sich um Jesiden. Dies ist eine verfolgte religiöse Minderheit, eine monotheistische Religion, die weder zum Judentum noch zum Christentum oder zum Islam gehört und die sich selbst älter sieht als das Christentum. Hier können die Männer mehrere Frauen heiraten, deshalb sind die Familien so groß. 206 Kinder sind es, die insgesamt hier leben. Viele von ihnen sind krank, Schimmel breitet sich an der Decke aus, es ist ungesund, hier zu leben; auch die Erwachsenen haben Hautkrankheiten. Nur 37 Kinder können zur Schule gehen. Es gibt Schulen und ihr Besuch ist kostenlos. Aber die Jesiden können den Transport zur Schule nicht für alle Kinder bezahlen und können nur die begabtesten auswählen.

„Die einzigen, die uns helfen, sind die von der Caritas,“ sagt ein Mann mit großem Schnurrbart und dunkler Gesichtsfarbe, „sonst niemand.“ Wie die anderen lebt er schon seit August 2014 hier, als der IS ihre Heimatstadt Sindschar eroberte und Tausende von ihnen umbrachte. Sie sind froh, dass sie das nackte Leben retten konnten. Die Mitarbeiter von der Caritas Irak kümmern sich um die Flüchtlinge, so gut das eben bei der Vielzahl möglich ist. Unterstützt werden sie dabei von der Caritas International in Freiburg, die wiederum im September 2015 300.000 Euro von der Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Überlebenssicherung der Flüchtlinge erhalten hat, dem sich die Stiftung Weltkirche der Diözese mit weiteren Mitteln angeschlossen hat. „Wir haben 60 Dollar pro Person erhalten und zusätzlich 200 Liter Kerosin pro Familie für den Winter,“ sagt der Mann mit dem beeindruckendem Schnurrbart. Mit dem Geld konnte jede Familie auf den gut funktionierenden Märkten der Stadt ganz individuell das kaufen, was für sie wirklich am dringlichsten war. Insgesamt hat die Caritas Irak auf diese Weise 3000 Familien helfen können und insgesamt dreimal Bargeld und Kerosin für Flüchtlingsfamilien verteilt. Psychologische Unterstützung für die vielen vom Krieg Traumatisierten gehört genauso dazu wie außerschulische Bildungsangebote für die Kinder. 1493 jesidische Familien profitieren von diesem Programm genauso wie 1008 christliche und 457 muslimische Flüchtlingsfamilien. Das Besondere ist aber, dass 10% der erhaltenen Gelder für arme einheimische Familien reserviert werden, damit kein Neid aufkommen kann, dass nur den Flüchtlingen geholfen wird.

Das alles ist bei Weitem nicht genug, weil die Flüchtlinge viele sind und die Not groß ist. Außerdem läuft das Programm im März 2016 aus und alle Augen werden sich dann erwartungsvoll nach Freiburg und nach Rottenburg wenden. Aber alle Anstrengungen lohnen sich, weil hier Menschen in extrem prekären Situationen geholfen wird, die belastende Vergangenheit hinter sich zu lassen und langsam wieder auf eine Zukunft zu hoffen.

Denn auf die Frage, ob sie denn zurückkehren wollen nach Sindschar, antworten die Jesiden in der Bauruine, dass das kaum möglich sei, weil die Stadt zerstört sei und sie dort auch nicht besser leben könnten als hier. Aber in den Westen wollten sie auf keinen Fall. Sie wollten im Irak bleiben, denn das sei ihre Heimat und hier sei ihre Religion zu Hause.

 

Domkapitular Dr. Heinz Detlef Stäps
Zakho, Nordirak

 

 

 

Reisebericht Teil 1


Hoffnung für die Hoffnungslosen

Die Flüchtlingsarbeit der katholischen Kirche im Nordirak

 

„Wir haben keine Zukunft und keine Hoffnung.“ Wer dies sagt, ist ein Familienvater im Flüchtlingscamp Ashty, dem größten seiner Art in Erbil im Nordirak. 1200 Container stehen hier an Straßen entlang aufgereiht auf einem Gelände, das der Stadt gehört. Ansonsten erhält das Camp aber nichts von der öffentlichen Hand, alle Hilfe wird von der chaldäischen Erzdiözese organisiert. Bei Pfarrer Emmanuel laufen alle Fäden zusammen, er leitet das Camp. Vorher haben die Flüchtlinge aus den vom IS eroberten Gebieten des Landes in Zelten gelebt. Insgesamt sind es über eine Million Binnenflüchtlinge, die alleine in Kurdistan Schutz vor dem IS suchen, hinzu kommen rund 230.000 Flüchtlinge aus Syrien (bei einer einheimischen Bevölkerung von 5,5 Millionen). Seit 8 Monaten leben sie nun schon in diesen Containern. Das ist eigentlich nicht schlecht, denn jede Familie bewohnt hier einen eigenen Container, ohne ihn mit anderen teilen zu müssen, und hat somit zwei Zimmer mit einer eigenen Küche und einem kleinen Bad zur Verfügung. Auch an Nahrung mangelt es nicht. Aber nach 8 Monaten ohne Beschäftigung und ohne zu wissen, wie lange dieser Zustand noch anhalten wird, wird dieses Leben unerträglich. Trotzdem liegen noch 1000 Anträge von Flüchtlingen vor, die auf der Straße oder in Zelten leben und auch hier untergebracht werden wollen, aber es ist kein Platz mehr. Christen aller Konfessionen leben hier zusammen.

„Unsere Aufgabe ist es, den Menschen Hoffnung zu geben, damit sie hier bleiben können“, so fasst Pfarrer Emmanuel seinen Dienst zusammen. Viele Flüchtlinge wollen trotzdem weiter, auch wenn sie wissen, dass im letzten Jahr eine ganze Familie aus diesem Camp in der Ägäis ertrunken ist.

Erzbischof Bashar Matti Warda ist derjenige, an den sich alle wenden, wenn etwas fehlt. Mit Hilfe seiner ausländischen Partner (auch der Diözese Rottenburg-Stuttgart) hat er bisher noch alle dringenden Nöte der Flüchtlinge lindern können. Vor kurzem noch campierten die meisten von ihnen in  Zelten und auf den Straßen, auch im Garten des Bischofshauses. Noch vor dem Winter, der auch im Norden des Irak sehr kalt sein kann, gelang es ihm, fast alle in Containern und angemieteten Wohnungen unterzubringen. Dabei sind die Wohnungen nicht immer beliebt, weil sie zwar vor Kälte, Regen und Hitze gut schützen, aber bis zu vier Familien sich eine Wohnung teilen müssen, das sind manchmal 20 Personen, die auf ein Bad und eine Küche angewiesen sind. Das Ziel des Erzbischofs ist es, den Flüchtlingen zwar die Entscheidungsfreiheit zu lassen, ob sie bleiben oder gehen wollen, aber ihnen so gute Bildungschancen zu geben, dass sie sich zweimal überlegen, ob sie so gute Voraussetzungen auch im Ausland finden würden. Und so gibt es im Camp neben einer Kirche, einem Kindergarten und einer kleinen Klinik auch eine eigene Schule für Flüchtlinge und der Erzbischof baut weitere in der Nähe auf. Und sein großer Traum ist es, eine eigene Universität für Flüchtlinge fertigzustellen. Und auch hier hofft er auf die Unterstützung der Partner aus der schwäbischen Diözese.

Der Familienvater im Container in Ashty hatte in seinem Dorf einen kleinen Laden, bevor der IS alles zerstörte. Nun lebt er mit seiner Frau, zwei kleinen Buben und der Oma in einem sehr sauberen und gepflegten Container mit neuen Teppichen und geschmackvollen Möbeln. Und zum Schluss fällt ihm doch noch eine Hoffnung ein: „Wenn wir alle zusammen von der Kirche in den Westen geholt würden.“

 

Domkapitular Dr. Heinz Detlef Stäps
Erbil, Nordirak

 

 

 

Vorankündigung


Gemeinsam kämpfen gegen Flucht und Vertreibung

 

 

Domkapitular Stäps besucht Flüchtlingsprojekte im Nordirak

 

Der Leiter der Hauptabteilung Weltkirche Heinz Detlef Stäps hat am 12.2.2016 eine fünftägige Expeditionsreise in die autonome Region Kurdistan im Nordirak angetreten. Begleitet wird er von Pfarrer Sizar Sleewa Happe, dem Leiter der chaldäischen Gemeinde in Stuttgart, der selbst aus der Erzdiözese Erbil stammt. Stationen der Reise werden die Regionen um Städte Erbil und Zakho, an der syrisch-türkischen Landesgrenze sein, wo sich derzeit mehr Flüchtlinge als angestammte Einwohner aufhalten. Ziel ist es, gemeinsam mit Partnern vor Ort, kirchlichen Repräsentanten, Leitern von Hilfsorganisationen und Vertretern anderer Religionen sowie der Behörden nach Mitteln und Wegen zu suchen, um den aus Syrien und anderen Landesteilen des Irak in den kurdischen Norden geflohenen Menschen dort Bleibeperspektiven zu schaffen.

 

Seit Mitte 2011 unterstützt die Diözese Rottenburg-Stuttgart aktiv die Nothilfeprogramme und Flüchtlingsarbeit von Caritas Nordirak und der Partnerorganisation CAPNI (Christian Aid Program Northern Iraq) sowie der Erzdiözese Erbil selbst, die allesamt humanitäre Hilfe leisten für hunderttausende vertriebene Christen, Jesiden und Schiiten. Mit seinem Besuch in den Flüchtlingscamps, in Gesprächen mit den Flüchtlingen und Vertriebenen, den Mitarbeitern der Hilfsorganisationen will Stäps einerseits Zeichen der Solidarität setzen, andererseits Möglichkeiten weiterer dringend benötigter Unterstützung ausloten. 

Neben der Hilfe zum Überleben, die nach den Kürzungen der Mittel der internationalen Gemeinschaft mehr denn je gebraucht wird, geht es dabei vor allem auch um die Förderung von Strukturen und Programmen der Bildung und Ausbildung sowie um die Entwicklung von erträglichen Aussichten für ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben der Vertriebenen und Flüchtlinge in der Region. Der chaldäische Erzbischof von Erbil, Bashar Matti Warda, formulierte es so: Flüchtlinge sind zu der Überzeugung gekommen, zwei Optionen zu haben: entweder auszuwandern oder sich einen sicheren Zufluchtsort zu schaffen, wo sie unter internationalem Schutz ein Leben in Frieden und Menschenwürde führen können.

Johannes Bielefeld
Hauptabteilung
Weltkirche

Reiseberichte Israel vom 11. bis 17. November 2015

Jerusalem, 16. November 2015

Wer kümmert sich um die ungeliebten Gäste?

 

Rottenburger Delegation besucht Projekte für Flüchtlinge und Migranten im Heiligen Land

Der Staat Israel hat seine Grenzen fest geschlossen. Lediglich Menschen jüdischen Glaubens dürfen noch nach Israel einwandern. Doch leben bereits mehr als 300.000 Menschen als Arbeitsmigranten im Land, hinzu kommen mindestens 30.000 Menschen, die als Touristen eingereist sind und nun illegal im Land arbeiten. Und ständig werden es mehr. Viele von ihnen sind Christen. Es sind entweder Asylsuchende aus afrikanischen Ländern, vor allem aus Eriträa, Sudan oder Südsudan (man schätzt deren Zahl auf 47.000)  oder es sind Arbeitsmigranten meistens aus ostasiatischen Ländern wie Indien, Sri Lanka oder den Philippinen. Der Staat garantiert lediglich die Schulbildung der Kinder. Davor und danach sieht er sich aber in keiner Verantwortung und kümmert sich auch nicht um die medizinische Versorgung der Flüchtlinge und Migranten.

Hier springt die katholische Kirche ein. Auf ihrer Israel-Reise besuchten Domkapitular Heinz Detlef Stäps und Flavia Rizzi von der Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart P. David Neuhaus SJ und seine Projekte in Tel Aviv. Der aus Südafrika stammende Jesuit leitet die katholische Koordinierungsstelle für Migrantenpastoral, die sich überall im Land um die katholischen Migranten kümmert. Mit der Hilfe einiger Priester, Ordensschwestern und pastoralen Helfern bietet er in verschiedenen Orten Gottesdienste in Englisch, Hebräisch und den meisten Landessprachen der Migranten an. Beim Besuch des englischen Sonntagsgottesdienstes für Menschen aus den Philippinen in Tel Aviv konnte die Rottenburger Delegation feststellen, wie gerne die Katholiken aus dem ostasiatischen Inselstaat die Gelegenheit nutzen, sich zu treffen, miteinander zu beten und in ihrer Muttersprache zu singen.

Doch geht es bei den Projekten von P. David Neuhaus SJ nicht nur um die pastorale Begleitung der Menschen fern von zu Hause. Genauso kümmert er sich um deren Gesundheitsversorgung und um die Betreuung der Kinder, die noch nicht zur Schule gehen können. Da die Mütter gezwungen sind, ganztags zu arbeiten, ist die Gefahr sonst sehr groß, dass die kleinen Kinder alleine zu Hause gelassen werden oder sogar auf der Straße herumlaufen. Erst im Entstehen ist das Projekt, einige Zimmer für Alte und Kranke zu bauen, um die sich ansonsten niemand kümmert.

Es gibt wenig Hilfe für P. David, der selbst einmal Jude war. Der israelische Staat möchte die Menschen am liebsten loswerden, das lateinische Patriarchat zeigt auch wenig Interesse an ihnen. Lediglich der Deutsche Verein vom Heiligen Lande (DVHL), der sich seit 1855 der Sorgen der Christen im Heiligen Land annimmt, unterstützt die Projekte von P. David. Anne Holtkamp vom DVHL begleitete die Rottenburger auf den meisten Wegen durch Israel und zeigte ihnen auch die Projekte in Tel Aviv.

Zu diesen gehörte auch die Aid Organisation for Refugees and Asylum Seekers (ASSAF), die sich mit zehn Hauptamtlichen und ca. 80 Ehrenamtlichen um Migranten und Flüchtlinge kümmert. Die Mitarbeiter setzen sich für die Rechte von Flüchtlingen auch gegenüber den Behörden ein. Besonders werden Kinder und Jugendliche psychosozial betreut. Es werden Freizeitaktivitäten und Ferienprogramme angeboten, um die Jugendlichen von der Straße zu holen, wo sie im sozialen Brennpunkt rund um den Busbahnhof von Tel Aviv vielfältigen Gefahren ausgesetzt sind. Seit der Gründung im Jahr 2007 konnte ASSAF über 15.000 Flüchtlinge unterstützen. Das Projekt wird aus Deutschland von Caritas International unterstützt.

So gewann die Delegation einen sehr positiven Eindruck von dieser wichtigen Arbeit für Flüchtlinge und Migranten in Israel und wird sich zu Hause dafür einsetzen, dass zukünftig auch Gelder aus Rottenburg zur Unterstützung dieser Projekte nach Tel Aviv fließen.

Heinz Detlef Stäps

 

 

 

 

 


Jerusalem, 15. November 2015

Bildung und Erziehung sind das Brot von morgen

Rottenburger Delegation besucht katholische Schulen im Heiligen Land

Bei ihrer einwöchigen Projektreise durch das Heilige Land besuchte die Delegation der Rottenburger Hauptabteilung Weltkirche drei katholische Schulen. In Nazareth führte die aus Deutschland stammende Salvatorianer-Schwester Klara Berchtold Domkapitular Heinz Detlef Stäps und Flavia Rizzi durch die Schule des Ordens, wo ca. 1500 Schülerinnen und Schüler vom 4. bis zum 18. Lebensjahr ausgebildet werden. „Bildung und Erziehung sind das Brot von morgen,“ sagte die Schwester und spielte damit auf die Wichtigkeit der Schulbildung gerade in Israel an. In einem Land, dem immer mehr Christen den Rücken zukehren, ist es unerlässlich, durch eine gute Schulbildung der Kinder Anreize für die Eltern zu schaffen, das Land nicht zu verlassen und gleichzeitig den Kindern eine bessere Startposition für einen beruflichen Werdegang in Israel zu bieten. Seit 16 Jahren ist Herr Batisch der Schulleiter. Er schildert den „Heißen Herbst“ dieses Jahres, in dem sich alle christlichen Schulen des Landes über die Konfessionsgrenzen hinweg zu einem Streik zusammengeschlossen haben, um gegen die fortschreitenden Kürzungen des Staates zu protestieren. 27 Tage dauerte der Streik, es waren mehr als 33..000 Schüler betroffen und es gab sogar Solidarisierungen von jüdischen und muslimischen Schulen. Am Ende erfüllte der Staat die meisten Forderungen. Im Laufe der Jahre hat die schwäbische Diözese die Schule mit rund  230.000 Euro unterstützt.

Nur wenige hundert Meter entfernt besuchen die Rottenburger die Schule der Salesianerinnen. Ein kleiner Konvent um Schwester Ibtissam Kassis aus Syrien leitet die Schule, in der es keineswegs nur Christen gibt. Ca. 44% der ungefähr 1300 Schülerinnen und Schüler sind Muslime. Das Verhältnis zwischen den Familien bezeichnet Schwester Ibtissam als sehr gut. Hier stehen umfangreiche Umbaumaßnahmen an. Der Staat schreibt wegen der prekären Sicherheitslage eine genügende Anzahl von Schutzräumen vor. Diese müssen nun zügig gebaut werden, damit die Schule ihre Zulassung nicht verliert. Sicher wird die Hauptabteilung Weltkirche auch hier ihre Hilfe nicht versagen.

Die St. Elias Episcopal School in Haifa wird von der griechisch-katholische melkitische Erzdiözese von Galiläa geführt. Hier ist die Besonderheit, dass vor allem Schüler aufgenommen werden, die in anderen Schulen aus Leistungs- oder Disziplinargründen den Schulabschluss nicht erreichen konnten. Der alte Schulbau platzt aus allen Nähten und zeigt einen schlechten Bauzustand. Einmal mehr erfahren die Rottenburger, wie wichtig es ist, die Ortskirchen gerade im Heiligen Land in ihren Bemühungen zu unterstützen, den Kindern gute Bildung zu vermitteln. „Kirche und Schule sind die einzigen identitätsstiftenden Orte, die uns noch geblieben sind,“ so fasst es der Erzbischof der griechisch-katholischen melkitischen Erzdiözese Georges Bacaouni zusammen.

Heinz Detlef Stäps

 

 

 

Pastoralreise mit Bischof Dr. Gebhard Fürst und Domkapitular Dr. Heinz Detlef Stäps vom 13. bis 24. Oktober 2014

Vom 13. bis 24. Oktober 2014 besuchen Bischof Dr. Gebhard Fürst, Domkapitular Dr. Heinz Detlef Stäps (Leiter der Hauptabteilung Weltkirche), Juliane Hernandez (Projektsachbearbeiterin für Äthiopien), Pfarrer Herbert Schmucker (Sprecher des Diözesanpriesterrats), Uwe Renz (Pressesprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart) und Rainer Mozer (Fotograf) Äthiopien.

 

Die Delegation besucht in einem der ärmsten Länder der Welt die drei äthiopisch-katholischen Diözesen, sowie vier apostolische Vikariate. Sie informieren sich u.a. über deren diakonisches Engagement. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart fördert seit 1973 Projekte in Äthiopien, zu dem damals noch der heutige Staat Eritrea gehörte. Zur Förderung gehört die Initiative PRIM (Priester helfen einander in der Mission). Dafür verzichten Priester der württembergischen Diözese auf einen Teil ihres Gehalts.

Allein im vergangenen Jahr kamen über 290.000 Euro PRIM-Spenden zusammen, die für Priester in Äthiopien, Eritrea sowie in Süd- und Nordsudan bestimmt sind. Diözesanpriester in Äthiopien und Eritrea erhalten so jährlich 500 Euro, ihre Mitbrüder im Sudan 750 Euro. Zusätzlich förderte die Diözese Rottenburg-Stuttgart seit 1973 Projekte in Äthiopien mit insgesamt 8,5 Millionen Euro. Obwohl die katholische Kirche eine absolute Minderheit in dem afrikanischen Land darstellt, so ist sie doch der nach dem Staat die zweitgrößte Anbieterin von Bildung und sozialen Leistungen. Für die Arbeit der "Priest's Association of Our Lady" mit 350 Mitgliedern übergab die Stuttgarter Direktion der Liga-Bank Bischof Fürst 3.000 Euro. Der Betrag ist bestimmt für die Weiterbildung von Priestern auf Diözesan- und Nationalebene.

Äthiopien hat eine christliche Tradition, die bis ins 4. Jahrhundert zurückreicht. Die katholischen Christen in Äthiopien befinden sich in der Minderheit, mit rund 44 Prozent stellen die äthiopisch-orthodoxen Christen die Mehrheit in dem von Missernten, Dürre und Hunger gezeichneten Land. Die Katholiken machen ein knappes Prozent aus. Etwa 19 Prozent der Bevölkerung sind protestantische Christen, 34 Prozent nach unsicheren Schätzungen Muslime.

In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba trifft Bischof Fürst unter anderem Priester, die PRIM-Hilfe erhalten, sowie Vertreter der äthiopisch-katholischen Kirchenleitung. Vor der Nationalkonferenz der Ordensoberen hält er einen Vortrag zum Thema „Diakonische Kirche“. In Adigrad im Norden des Landes trifft der vom Leiter der Hauptabteilung Weltkirche, Detlef Stäps, und von Priesterratssprecher Herbert Schmucker begleitete Rottenburger Bischof seinen Amtsbruder Tesfaselassie Medhin. Der Bischof von Adigrad vermittelte im Bürgerkrieg im Südsudan.

Im Vikariat Nekemte besucht die Delegation die Niederlassung der Vinzentinerinnen von Untermarchtal. Diese Niederlassung wurde gegründet von der aus Neckarsulm stammenden Vinzentinerin und Ärztin Gabriele Winter. Sie starb vor zwei Jahren in Tansania bei einem Verkehrsunfall. In der Diözese Emdibir steht ein Besuch des Attat-Hospitals auf dem Programm. Es wird von der Stuttgarter Kirchengemeinde St. Fidelis und vom Stuttgarter Stadtdekanat unterstützt.

Uwe Renz

Reisebericht der elften Projektreise nach Rumänien vom 4. bis 12. Juni 2014


Rottenburger Delegation besucht kirchliche Partner in Rumänien

Domkapitular Heinz Detlef Stäps, Leiter der Hauptabteilung Weltkirche, bricht am Mittwoch, 4. Juni 2014, mit der für Osteuropa zuständigen Mitarbeiterin Sylvia Frank zu einer neuntägigen Projektreise nach Rumänien auf.

Neben der Hauptstadtdiözese Bukarest stehen Besuche in sieben weiteren Bistümern im Land der Donau und der Karpaten auf dem Programm. Begegnungen und Gespräche mit den Bischöfen und den für die Sozialpastoral in den acht Diözesen verantwortlichen Caritas-Chefs bilden ebenso einen Schwerpunkt der Reise wie die Evaluierung von dort in der jüngeren Vergangenheit geförderten Projekten. Die Katholiken Rumäniens gehören sowohl der römisch-katholischen wie der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche an.

Obwohl Rumänien seit 2007 Mitglied der Europäischen Union ist, sind Armut und Notsituationen von ethnischen Minderheiten noch immer landesweit verbreitet. Das Land am Schwarzen Meer zählt daher neben der Ukraine seit der Jahrtausendwende zu den Hauptempfängern Rottenburger Finanzhilfe in Osteuropa. 127 Projekte wurden seitdem mit rund 2,1 Mio. € bezuschusst, wobei die Unterstützung etwa zu gleichen Teilen auf kirchliche Bauten wie Bildungs- und Sozialarbeit entfiel.

Mit Besuchen in den Diözesen Temeswar und Satu Mare werden auch die Siedlungsgebiete der deutschsprachigen Minderheiten von Siebenbürger Sachsen und Donauschwaben bedacht. Ein Höhepunkt wird dabei sicher der Besuch bei Bischof Martin Roos über Pfingsten sein. Der ehemalige Rottenburger Diözesanpriester, seit 1999 Bischof der Diözese Temeswar, erhielt u. a. substantielle Hilfe aus Rottenburg für die Restaurierung der Wallfahrtskirche Maria Radna, wo auch ein touristisches Zentrum entsteht. Domkapitular Stäps ist eingeladen, am Pfingstsonntag im Dom von Temeswar das Firmsakrament zu spenden.

 

 

 

 

Reiseeindrücke
































Reisebericht der zehnten Projektreise nach Indien vom 15. bis 28. Februar 2014

Dr. Stäps zusammen mit P. Balashowry SDB und den Jungen von "Vimukthi"


Aufbruch in ein neues Land

Mit Domkapitular Stäps unterwegs in Südindien

Sechs Diözesen im südostindischen Bundesstaat Andhra Pradesh sind vorrangige Ziele einer Projekt-Evaluierungsreise, die Domkapitular Heinz Detlef Stäps und sein Geschäftsführer in der Hauptabteilung Weltkirche, Johannes Bielefeld, vom 15. bis 28. Februar 2014 unternehmen. Nach Besuchen in den Diözesen Adilabad, Warangal und Khammam ziehen sie von Vijayawada aus erste Zwischenbilanz, in der die Gemeinschaft der Salesianer Don Boscos im Mittelpunkt steht.

 

Der indische Salesianerpater Thomas Koshy war es nämlich, der 1989 in der Bischofsstadt Vijayawada die Einrichtung „Navajeevan Bala Bhavan“ eröffnete, ein Heim, das Kindern ein neues Leben möglich machen will, und damit eine nunmehr 25 Jahre währende Erfolgsgeschichte begründete. Pater Thomas war angerührt vom Schicksal unzähliger Jungen und Mädchen, die im Bahnhofsbereich der südostindischen Millionenstadt herumlungerten: buchstäblich entgleist, alleingelassen, verwahrlost, verlottert und in Straftaten rund um Drogenkriminalität, Prostitution und Eigentumsdelikte verwickelt.

Er nahm sich ihrer an, schuf ihnen ein Heim, kaum 500 Meter vom Brennpunkt des Geschehens entfernt, und eröffnete ihnen damit gemäß der Vision und dem Charisma des Ordensgründers Don Bosco auf geordneten Bahnen einen Weg zurück in die Gesellschaft und die Zukunft. Heute, kurz vor den Feiern zum Silberjubiläum kann das Zentrum die stolze Bilanz ziehen, insgesamt fast 45.000 Kinder und Jugendliche aufgenommen und davon mehr als 25.000 erfolgreich rehabilitiert zu haben.

Aber längst ist Navajeevan nicht mehr dieses eine Heim in Bahnhofsnähe. Pater Balashowry, der Nachfolger von Pater Thomas, der mittlerweile im Ruhestand ist, holt seine beiden Rottenburger Gäste im Bischofshaus von Khammam ab und begleitet sie auf der gemeinsamen Fahrt ins 150 km entfernte Vijayawada bei einem Zwischenstopp nach „Vimukthi“, ins Haus der Befreiung, so genannt, weil dort bis zu 50 verwahrloste Jungen durch eine spezielle ganzheitliche Therapie von ihrer Drogensucht, Alkohol, Opiaten oder synthetischen Drogen geheilt werden.

Domkapitular Stäps und Johannes Bielefeld treffen dort zum Beispiel auf den 22-jährigen Raja, ein „Role Model“, ein Vorbild also für die 15 anderen, die ihn umringen. Raja kam als 8-jähriger nach Navajeevan Bala Bhavan, weil er es zuhause nicht mehr aushielt, nachdem seine verwitwete Mutter wieder heiratete und sein Stiefvater ihn nur misshandelte. Als Straßenjunge war er drogensüchtig geworden, blieb zunächst drei Jahre in Navajeevan, brach aber aus der Therapie wieder aus, wurde rückfällig und wandte sich später in seiner Hilflosigkeit erneut an Pater Thomas Koshy, der ihn wieder aufnahm, aber dann ins neue Haus Vimukthi brachte. Dort konnte er durch Sport, sinnvolle Arbeit auf dem Land mit Tieren, einem geordneten Tagesablauf, einer fundierten Schulausbildung mit Abschluss und spiritueller Anleitung wieder Fuß fassen. Und heute, nachdem er erfolgreich eine Elektriker- und eine Malerlehre absolviert hat, gehört er zum Team von Vimukthi, nicht nur als Techniker, sondern insbesondere als gutes Beispiel für die Jungen, dass der Weg in ein neues, sinnvolles und verantwortungsbewusstes Leben durchaus möglich ist.

Die Erweiterung von Navajeevan Bala Bhavan war möglich, weil dessen charismatischem Gründer und langjährigem Leiter viel Erfolg, öffentliche Anerkennung und damit auch Unterstützung beschieden war. So auch von der Diözese Rottenburg-Stuttgart und einigen ihrer Pfarreien wie Ochsenhausen, Neresheim, Bösingen oder auch vom Stuttgarter Mädchengymnasium St. Agnes und  privaten Spendern. Ihnen unter anderen verdankt Navajeevan, dass heute dauerhaft 800 ehemalige Straßenkinder in Vijayawada und Umgebung in verschiedenen Einrichtungen, Berufsschulen, Rehazentren und im Rahen von Kinderparlamenten langfristig betreut und in die Gesellschaft wieder eingegliedert werden können und sich über den ganzen Distrikt ein „Child Safety Net“, ein Sicherheitsnetz für Kinder spannt, das sie vor Missbrauch und Ausbeutung zu schützen sucht und ihnen im Ernstfall Zufluchtsorte bietet.

Dass die Katholische Kirche in Indien oft einspringt mit sozialen Sicherheitsleistungen, die der indische Staat nicht erbringt, war auch auf den   vorherigen Reisestationen der Rottenburger Delegation mit Händen zu greifen. So unterhält die Diözese Warangal beispielsweise in einem Stadtviertel der gleichnamigen Distrikthauptstadt, in Fatimanagar, zahlreiche Einrichtungen für alte und unter verschiedenen Behinderungen leidende Menschen sowie ein großes Krebskrankenhaus, außerdem diözesanweit über 70 Schulen, Berufsschulen und Colleges, teilweise mit angeschlossenen Schüler- und Studentenwohnheimen. Diese für alle offen stehenden Bildungseinrichtungen und sozialen Institutionen übersteigen damit weit den Anteil von einem Prozent, den Katholiken in Warangal an der Gesamtbevölkerung haben.

Nicht anders sieht es in der Diözese Khammam aus, wo der seit 16 Jahren amtierende Bischof Maipan Paul im Rahmen eines Dorfentwicklungsprogramms, inzwischen über 2.000 Häuser für arme Familien bauen und über 900 Dorfbrunnen zur Trinkwasserversorgung anlegen ließ. Auch hier übersteigt die Anzahl von 15 Schulen und zwei Colleges sowie drei Zentren für die Behandlung von HIV/AIDS Patienten bei weitem das, was den Anteil von Katholiken an der Gesamtbevölkerung ausmacht.

So konnte Domkapitular Stäps nach der Inspizierung der von der Diözese Rottenburg-Stuttgart im letzten Jahrzehnt dort geförderten Projekte mit voller Überzeugung, die richtigen Partner zu unterstützen, ihnen weitere Kooperationen, vor allem im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich in Aussicht stellen.

 

Johannes Bielefeld, aus Vijayawada/Indien

Taifun-Opfer

100.000 Euro für Taifun-Opfer in den Philippinen

Diözese Rottenburg-Stuttgart bittet um Spenden an das Hilfswerk Caritas International

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat 100.000 Euro für Taifun-Opfer in den Philippinen bereitgestellt. Die Diözesanleitung fasste am Montag den Beschluss, diese Summe aus dem Etat der Hauptabteilung Weltkirche an das katholische Hilfswerk Caritas International mit Sitz in Freiburg weiterzuleiten.

Bischof Dr. Gebhard Fürst rief die Gläubigen zu Spenden für die von der Katastrophe getroffenen Menschen in den Philippinen, einem überwiegend katholisch geprägten Land, auf.

Die württembergische Diözese hat in den vergangenen 10 Jahren 200 Entwicklungsprojekte in den Philippinen mit rund 1,1 Mio. Euro gefördert. Dazu gehören Projekte zu Bau oder Sanierung von Kirchen, Gemeindehäusern und Klöstern, Bildungsprojekte und Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge sowie Stipendien für Studenten. Im zentralen Katastrophengebiet um die Stadt Tacloban betreibt die Diözese bisher keine Projektförderung.

Hinweis: Für Spenden an Caritas International, Konto 202 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 660 205 00, Stichwort: "Nothilfe Taifun"

Bericht: Uwe Renz

 

Reisebericht der neunten Projektreise von Domkapitular Msgr. Dr. Stäps nach Brasilien vom 14. bis 26. Oktober 2013

Müllsammlerkooperative in Cocheira

Brasilianische Begegnungen

Rottenburger Delegation besucht Freiwillige, Projektpartner und Landbesetzter

Am 14. Oktober 2013 bricht der Leiter der Hauptabteilung Weltkirche, Domkapitular Heinz Detlef Stäps zusammen mit Juliane Hernandez, Projektreferentin für Brasilien, und Klaus-Jürgen Kauß, Internationale Freiwilligendienste, zu einer elftägigen Reise nach Brasilien auf.

Auf dem umfangreichen Reiseprogramm stehen u. a. Begegnungen und Gespräche mit brasilianischen Bischöfen und ebenso der Besuch einer Gemeinde von Landlosen, die sich in einer inzwischen staatlich anerkannten Landbesetzer-Initiative engagieren. Geplant sind Treffen mit jungen Frauen und Männern aus der schwäbischen Diözese, die im Rahmen des Weltkirchlichen Friedensdienstes zurzeit als Freiwillige in dem südamerikanischen Land tätig sind oder letztes Jahr als Freiwillige aus Brasilien im Rahmen eines so genannten Reverse-Programms in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gearbeitet haben.

Die Reise der Rottenburger Delegation führt auch nach Mato Grosso im Landesinneren Brasiliens. Dort arbeitet der aus Mochenwangen bei Ravensburg stammende Salesianerbruder Alois Würstle, der 2009 für seine Brunnenbauprojekte für die einheimische Bevölkerung das Bundesverdienstkreuz erhalten hat.

Ebenfalls in Oberschwaben beheimatet sind die Mutterhäuser der Franziskanerinnen von Bonlanden und Sießen, deren brasilianische Schwestern die Rottenburger Gäste auf der letzten Station ihrer Reise im Großraum Rio de Janeiro besuchen. Der Städtegürtel um Rio, die Baixada Fluminense, in dem die Ordensfrauen tätig sind, galt lange Jahre als eines der gefährlichsten Gebiete Brasiliens. Ebenso steht auf dem Programm in Rio ein Treffen mit dem Paderborner Religionspädagogen Johannes Niggemeier, der seit knapp 30 Jahren in Brasilien lebt und dort ein Netzwerk verschiedener sozialer Projekte namens "Avicres" gegründet hat.

 

Bericht: Thomas Broch

Fotos: Stäps, Kauß

Bilder der Brasilienreise


Bei den Xavantes-Indianern


Bonlanderner Schwestern in Novo Iguacu


Dusche und Brunnen bei den Xavantes-Indianern


Gesundheitsposten Baxaida Fluminense


Hangfavela Rio de Janeiro


Indio-Museum der Bororo-Indianer


Pumpenkonstruktion von Br. Alois Würstle


Straßenkinderhaus in der Baxaida Fluminense