Ein Kreuz aus Abfall als Zeichen der Hoffnung
Missio Aachen fordert auf der Elektroschrotthalde in Ghana ein Pfandsystem für Handys. Agbogbloshie in Accra ist einer der giftigsten Orte der Welt.

Iddriss Salifu hat sich einem bunten Demonstrationszug mit mehreren Hundert Menschen angeschlossen, der sich im Schneckentempo durch die Straßen von Accra, der Hauptstadt Ghanas, schiebt. Angestrengt kneift der 33-Jährige seine Augen zusammen, so als müssten sie gegen die beißende tropische Sonne ankämpfen. Dabei ist die Sonne gar nicht zu sehen, denn dicke graue Wolken verhängen an diesem Vormittag den Himmel.
Iddriss angestrengter Blick fixiert stattdessen einen Laster, der ungefähr 50 Meter vor ihm fährt. Auf dessen Ladefläche ist ein etwa 80 Zentimeter großes Kreuz aufgestellt, welches das Führerhaus des Fahrzeugs überragt. Die eine Seite des Kreuzes ist mit alten Handydisplays und Porträts von Menschen, die auf der Elektroschrotthalde Agbogbloshie in Accra oder in Goldminen im Osten des Kongo arbeiten, gestaltet. Die andere Seite ist aus Metall und schimmert in einem warmen Goldton. Im Schritttempo führt der Laster mit dem Recyclingkreuz die Menschenmenge an. Aus den Boxen auf der Ladefläche des Wagens dröhnen im Wechsel fröhliche Gospels oder die wummernden Bässe von R&B-Songs. Viele Menschen singen die Lieder, die aus den Boxen schallen, mit, andere tanzen fröhlich zum Rhythmus der Musik. >>…
