Mit Ideen und Ausdauer für die Schöpfung

Die Katholischen Kirchengemeinden in Herrenberg, Freiberg am Neckar, Westerheim und Öhringen bleiben am Ball und haben ihre Auszeichnung als Faire Gemeinde nun verlängert.

Juliane von Nathusius und Pfarrer Enderle nehmen für die Kirchengemeinde Christkönig in Westerheim die erneute Auszeichnung als "Faire Gemeinde" entgegen. Foto: DRS / Hank

Engagement für die Schöpfung ist eher ein Marathon als nur ein Kurzstrecken-Sprint - das beweisen eindrücklich vier Kirchengemeinden, die im Herbst 2024 bereits in die nächste Runde ihrer Auszeichnung als Faire Gemeinde gehen. In Herrenberg, Freiberg, Westerheim und Öhringen konnten nun die erneuerten Urkunden übergeben werden:

Bereits im Oktober 2024 feierte die Kirchengemeinde St. Josef und St. Martin in Herrenberg die erneute Auszeichnung als Faire Gemeinde. Die schon bisher gewählten Kriterien, der Verkaufsstelle Fairer Produkte, der Nutzung von Ökostrom und der Ökumenischen Zusammenarbeit wurden als weiteres Kriterium um die Verwendung von Recyclingpapier ergänzt und sehr gut umgesetzt. "Ihnen ist die Bewahrung der Schöpfung und ein geringerer ökologischer Fußabdruck der Gemeinde wichtig, das zeigen auch die vielen Aktivitäten, mit denen Sie über das für eine Auszeichnung notwendige Maß hinaus gehen", so die Laudatio zur erneuten Auszeichnung. Die Kirchengemeinde spart Energie, setzt auf Müllvermeidung und Mehrweg-Geschirr oder nutzt energiesparende Leuchtmittel. Die Handyaktion, der Flohmarkt und die Kleidersammlung mit der aktion hoffnung sind weitere Beispiele, die auf verantwortlichen Umgang mit Ressourcen abzielen. Konsequent gehen die engagierten Ehrenamtlichen diesen Weg weiter und möchten auch andere motivieren, einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten. 

Auf dem Gelände der Kirchengemeinde St. Maria Königin des Friedens in Freiberg am Neckar zeigt sich das anhaltende Engagement für die Schöpfung schon von außen: Ein Fairteiler gegen die Verschwendung von Lebensmitteln steht überdacht an der Kirche und drinnen im Gemeindezentrum hat die Verkaufsstelle fairer Produkte an fünf Tagen die Woche geöffnet. In vielfältiger Weise wird so der Gedanke des gerechten Wirtschaftens weiter getragen. Im November 2024 konnte Freiberg die Auszeichnung als "Faire Gemeinde" bestätigen. Hervorzuheben sind weiter die gute Zusammenarbeit mit anderen Akteuren im Ort, wie zum Beispiel der Fairtrade-Gruppe der Stadt Freiberg, die kreativen Formate wie dem Spielzeug-Flohmarkt oder den ansprechenden Bildungsangeboten und der eigenen PV-Anlage. "Ihr Vorbild kann so auch andere inspirieren, sich für mehr Nachhaltigkeit zu engagieren", so Fachreferentin Sylvia Hank bei der Übergabe der erneuerten Auszeichnung.

Mit Ausdauer, Kreativität und Beharrlichkeit hat die Kirchengemeinde Christkönig in Westerheim den Weg zur solidarischen Bewahrung der Schöpfung über Grenzen hinweg weiter beschritten. Die gewählten Schwerpunkte Faire Geschenke, Faire Bewirtung und Müllvermeidung wurden für die Verlängerung der Auszeichnung um den Bezug von Ökostrom ergänzt. "Dabei sind Sie erneut über das geforderte Maß hinaus gegangen und haben Ihr Engagement in vielen Bereichen der Gemeinde lebendig werden lassen", so die Laudatio bei der Auszeichnungsfeier im November 2024. Diese beging die Gemeinde Christkönig mit einem Familiengottesdienst, den auch der Kindergarten mitgestaltete. Hier wurde deutlich, wie die Gemeinde auf gelingende Weise ganz unterschiedliche Zielgruppen anspricht: die Ehrenamtlichen der Gemeinde, das Team der Kinderbibeltage, Pfarrbüro, Missionskreis und viele mehr tragen dazu bei, die „Faire Gemeinde“ zum gemeinsamen Anliegen zu machen.

Die Kirchengemeinde St. Joseph in Öhringen ist in der Diözese bereits am längsten als Faire Gemeinde dabei: Zum ersten Mal konnte ihr Engagement 2019 ausgezeichnet werden. Konsequent, ideenreich und mit viel Tatkraft ist seither viel getan worden, um die Auszeichnung auch weiterhin zu behalten. Die jüngste Verlängerung im Dezember 2024 listete wieder viele Punkte für das schöpfungsfreundliche Engagement der Gemeinde auf. "In vielen kleinen und großen Details ist in Ihrem Bericht ersichtlich, dass schöpfungsfreundliches Handeln immer mitgedacht und berücksichtigt wird", so die Laudatio. So gebe es selbstverständlich fairen Kaffee bei Veranstaltungen, Geschenke würden nicht extra verpackt und im Zuge der Nutzung von Recyclingpapier sei es auch wichtig gewesen, insgesamt weniger Papier zu verbrauchen. Bemerkenswert sind in Öhringen die lebendigen Netzwerke der Kooperation und Zusammenarbeit zum Beispiel mit der evangelischen Kirchengemeinde oder der ACK Öhringen. 

Für das lebendige Engagement der vielen Beteiligten in den Gemeinden ganz herzlichen Dank! Wenn Kirchengemeinden fair und nachhaltig handeln, tragen sie dazu bei, dass Menschen weltweit in Würde leben können und Gottes Schöpfung bewahrt wird, auch für zukünftige Generationen.

Mehr Informationen zur Ökumenischen Initiative Faire Gemeinde gibt es online unter www.gemeinden-handeln-fair.de