Einblicke in die Projektarbeit

Bienenzucht in Mithradham, Indien: „Honey, Money und Hobby“

Bienen spielen für Artenvielfalt und Landwirtschaft eine zentrale Rolle. In manchen Regionen der Welt sind über 80 Prozent der Pflanzenwelt auf ihre Bestäubung angewiesen. Derzeit setzen jedoch verschiedene, vor allem menschengemachte Einflüsse die Bienenarten unter Stress, so dass ihre Zahl weltweit zurückgeht. Bienen benötigen besonderen Schutz.

Um dies im Bewusstsein der Menschen in und um das Zentrum für Erneuerbare Energien Mithradam in Kerala zu verankern, wurde dort im vergangenen Jahr mit Unterstützung der Hauptabteilung Weltkirche ein Lehr- und Trainingszentrum eingerichtet. Zentrale Bausteine sind ein Lehrpfad sowie die 10 Bienenvölker mit dazugehörigen Lehrstöcken, an denen praktisch das Imkerhandwerk erlernt werden kann.

Nachhaltigkeit ist kein reines Naturschutz-, sondern ein Naturnutzkonzept. Es folgt der Logik, dass die natürliche Umwelt nur dann dauerhaft geschützt werden kann, wenn dies mit den ökonomischen Interessen der Bevölkerung vor Ort vereinbart werden kann. Daher wurde in den Schulungen Wert darauf gelegt, das ökologisch Sinnvolle mit dem Nützlichen zu verbinden: Interessierte an der Bienenkunde aus Kirche und Gesellschaft lernen seither, dass die achtsame Zucht von Bienen ein Investment in gesunde Nahrungsmittel und marktfähige Produkte ist. Die Initialschulungen wurden daher auch mit sowohl ökologischem als auch ökonomischem Sachverstand durchgeführt – von dem international anerkannten „Bienenexperte“, Dr. Dr. Helmut Horn von der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim, sowie von Philip Vattamthottiyil, dem Eigentümer von Philips Natural Honey – einem lokalen Produzenten ökologischen Honigs.

Der Leiter des Zentrums für Erneuerbare Energien, Dr. George Peter Pittappillil CMI, zeigt sich sehr erfreut: „Das Projekt ist in kurzer Zeit zu einer „Attraktion“ für Studenten und Schüler verschiedener (Hoch-)Schulen der Umgebung geworden, die Mithradam im Rahmen ihres Curriculums besuchen.“

Wer mehr erfahren will: mithradham.org