Mach was draus, sei Zukunft!

In der Fastenaktion 2019 stehen Jugendliche in El Salvador im Mittelpunkt. Mit einem feierlichen Gottesdienst am Sonntag, 31. März 2019 gab Domkapitular Dr. Stäps, Leiter der Hauptabteilung Weltkirche, den Startschuss für die Fastenaktion 2019 in St. Laurentius in Bietigheim-Bissingen.

Marcela Vides und Johannes Schockenhoff im Dialog
Das Misereor-Hungertuch im Kirchenraum von St. Laurentius
Das Mariachi-Trio "Dos Aguilas"

Kinder ziehen wie eine Karawane in den Gottesdienst ein und erzeugen eine Wolke von Seifenblasen. Für Pfarrer Deckwart stehen sie für die Träume von jungen Menschen, die leider auch immer wieder platzen können. Dies zeigten zum Beispiel die Bilder der sogenannten Flüchtlingskarawane aus Honduras.

Auch in El Salvador sei die Situation von Jugendlichen extrem schwierig. In der Schusslinie zwischen Bandenkrieg und Staatsgewalt bliebe ihnen häufig nur der Weg in die Kriminalität oder die Flucht in die USA. „Mein neuer Lebensplan ist ein Programm der Caritas, der Jugendlichen dabei hilft, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Es erhöht ihr Selbstwertgefühl, ihre Widerstandsfähigkeit und öffnet ihnen den Blick auf ihre Stärken und Chancen“ sagt Marcela Vides, Absolventin des Caritas-Projektes und Misereor-Gast 2019. In der Dialogpredigt mit Johannes Schockenhoff, zweiter Vorsitzender von St. Laurentius und ausgewiesener Guatemala-Experte, scheint auf, wo der Beitrag der katholischen Kirche in einem der gewalttätigsten Länder der Welt liegt: Die Kirche erreiche als eine der letzten Organisationen auch die Familien der Mara-Mitglieder, der berüchtigten Jugendbanden. Die Erfahrung, Verantwortung für sich und seine Familie übernehmen zu können und dabei Unterstützung zu erfahren, wirke auf viele junge Menschen bestärkend und befreiend. Die partnerschaftlichen Erfahrungen von St. Laurentius in ihrer Projektzusammenarbeit über die Guatemalahilfe unterstreicht dies: Auch wenn die Bedingungen extrem sind, kommen Bildung und Unterstützung an, wenn sie direkt bei den jungen Menschen und ihrer Lebenswelt ansetzen. Frau Marcela Vides, selbst erst 23 Jahre alt, verkörperte diesen Zugang auf engagierte und eindrückliche Art. Mit Blick auf die Politik forderte sie: „Wir brauchen von der Regierung dringend eine solide Jugendpolitik, keine Trostpflaster wie bisher!“

Abgerundet wurde die diözesane Eröffnung mit einem Fastenessen und Mariachi-Klängen des Trios „Dos Agulias“. Trotz der schweren Situation der Jugendlichen überwog die Hoffnung. So Domkapitular Detlef Stäps, Leiter der Hauptabteilung Weltkirche: „Lassen wir uns in der Diözese Rottenburg-Stuttgart von der Zuversicht dieser Jugendlichen anstecken!“